Kosten der Ehescheidung

Unser Scheidungskostenrechner bietet Ihnen die Möglichkeit, sich schnell und einfach über die Kosten einer Scheidung zu informieren.

Sie können die Berechnung anhand Ihrer individuellen Daten durchführen. Der Scheidungskostenrechner spiegelt das Anwaltshonorar sowie die Gerichtskosten des Scheidungsverfahrens wider. Nicht erfasst sind die Kosten des Versorgungsausgleichs, deren Ermittlung teilweise recht kompliziert ist. Gerne unterbreiten wir Ihnen insoweit nach Klärung der einzelnen Anrechte einen individuellen, detaillierten Kostenvoranschlag.

Die Berechnung der Scheidungskosten erfolgt nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) sowie dem Gesetz über die Gerichtskosten in Familiensachen (FamGKG).

Monatliches Netto-Einkommen
der Ehefrau

Monatliches Netto-Einkommen
des Ehemanns



  Allgemeines Im Rahmen einer Scheidung muss mindestens eine Partei anwaltlich vertreten sein. Das schreibt das Gesetz vor. Bei einer einvernehmlichen - nichtstreitigen - Scheidung reicht es aus, wenn derjenige Ehegatte anwaltlich vertreten ist, der den Scheidungsantrag bei Gericht einreicht. Damit werden die Kosten für einen zweiten Anwalt komplett gespart.

Alle Anwälte sind im gerichtlichen Scheidungsverfahren verpflichtet, nach RVG (Rechtsanwaltsvergütungsgesetz) und den dort einschlägigen Gebührenvorschriften abzurechnen. Der Anwalt darf zwar mehr, aber nicht weniger verlangen. Wir rechnen bei einvernehmlichen Scheidungen immer nach RVG ab. Sie werden also keinen „billigeren“ Anwalt finden.

Die Kosten einer Ehescheidung setzen sich zusammen aus den Gerichtskosten und den Rechtsanwaltskosten.

  Gerichtskosten Die Gerichtskosten bestimmen sich nach dem FamGKG (Gesetz über Gerichtskosten in Familiensachen). Bei einer Scheidung fallen zwei Gebühren (Wertgebühren) an.

Die Höhe der Gerichtsgebühr richtet sich nach dem Streitwert der Scheidung. Der Streitwert einer Scheidung wiederum richtete sich nach dem Nettoeinkommen beider Ehegatten, berechnet auf drei Monate.

Wird der Versorgungsausgleich durchgeführt, erhöht sich der Streitwert um mindestens 1.000,00 EUR, kann aber auch höher sein, wenn mehrere Anrechte vorhanden sind. Denn für jedes einzelne Anrecht erhöht sich der Wert des Versorgungsausgleichs um 10% des dreifachen monatlichen Nettoeinkommens der Ehegatten.

  Rechtsanwaltskosten Die Rechtsanwaltskosten berechnen sich ebenfalls nach dem Streitwert. Bei der Scheidung fallen immer zwei Gebühren an: Die 1,3 - Verfahrensgebühr gem. §§ 2, 9, 13 RVG i.V.m. Nr. 3100 VV RVG sowie die 1,2 Terminsgebühr gem. §§ 2, 9, 13 RVG i.V.m. Nr. 3104 VV RVG.

Ein Beispiel: Ehemann und Ehefrau verdienen zusammen € 3.300,00 netto im Monat. Der Streitwert beläuft sich dann auf € 9.900,00 (siehe oben). Die Gebühren des Rechtsanwalts betragen dann:

Gegenstandswert EUR 9.900,00

Leistungsbezeichnung EUR
1,3 Verfahrensgebühr (1. Rechtszug) gem. Nr. 3100 VV RVG
 
631,80
1,2 Terminsgebühr (1. Rechtszug) gem. Nr. 3104 VV RVG
 
583,20
Auslagenpauschale gem. Nr. 7002 VV RVG 20,00


Summe Netto EUR


1.235,00
zzgl. 19,00 % MwSt. gem. Nr. 7008 VV RVG 234,65
Gesamtbetrag EUR 1.469,65


Bei auswärtigen Terminen kommen ggf. noch Fahrtkosten und Abwesenheitsgeld hinzu.

Weil es keine Regel ohne Ausnahme gibt, müssen wir darauf hinweisen, dass der mit unserem Kostenrechner erstellte Kostenvoranschlag unverbindlich ist und Ihnen lediglich eine allgemeine und überschlägige Berechnung der voraussichtlich entstehenden Anwalts- und Gerichtskosten ermöglichen soll. Gerne beraten wir Sie gerne. Fragen Sie uns!

  Verfahrenskostenhilfe
  (Prozesskostenhilfe)
Die Verfahrenskostenhilfe (VKH) will Bürgern, die nach ihren persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen die Kosten der Prozessführung nicht oder nur in Raten aufbringen können, die Prozessführung ermöglichen. Das gilt selbstverständlich nicht für aussichtslose Prozesse. Bewilligt das Gericht auf entsprechenden Antrag VKH, so ist die Partei von der Zahlung der Gerichts- und Anwaltskosten befreit. Diese Kosten übernimmt dann der Staat.

Wird VKH durch das Gericht bewilligt, gibt es zwei Möglichkeiten: entweder der Antragsteller muss gar nichts zahlen oder er muss lediglich in Raten für die Kosten aufkommen. Über die Einzelheiten der Prozesskostenhilfe, insbesondere ob Sie im Einzellfall die Voraussetzungen erfüllen, beraten wir Sie gerne.

Verfügen Sie nur über ein geringes oder gar kein Einkommen, können Sie unter Downloads ein Formular (Erklärung über die persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse) herunterladen. Dieses muss sorgsam und vollständig ausgefüllt und nebst Belegen im Original an uns übermittelt werden. Wir reichen dann in ihrem Namen den Antrag auf Bewilligung von Verfahrenskostenhilfe beim Familiengericht ein.

Falls das Gericht die Bewilligung von VKH ablehnt und sich der Antragsteller sodann dafür entscheidet, den Prozessweg nicht weiter zu beschreiten, entsteht für uns ein Gebührenanspruch nach Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG).

Unter www.pkh-fix.de finden Sie ein kostenloses Programm zum Download. Mit diesem Programm können Sie selbst vorab berechnen, ob für Sie VKH in Betracht kommt.

Die VKH umfasst nicht die Anwaltskosten der Gegenpartei. Wer den Prozess verliert, muss daher die gegnerischen Rechtsanwaltskosten auch dann erstatten, wenn für ihm selbst VKH bewilligt worden war.
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