Trennung und Scheidung

Voraussetzung für eine Scheidung ist in der Regel das Getrenntleben der Ehegatten für mindestens ein Jahr. Nur in Ausnahmefällen kann darauf verzichtet werden.

  Trennung Die Ehe wird grundsätzlich auf Lebenszeit geschlossen. Sie kann jedoch, wenn Sie gescheitert ist, also jede innere Bindung zwischen den Eheleuten zerbrochen ist, durch ein Gericht geschieden werden. Eine privatrechtliche Vereinbarung zwischen den Eheleuten, die die Ehe aufheben soll, ist unwirksam. Nur das Familiengericht kann die Ehe durch Scheidungsurteil aufheben.

Es gilt das Zerrüttungsprinzip, welches schon 1977 das bis dahin geltende Verschuldensprinzip abgelöst hat. Hiernach ist die Ehe gescheitert, wenn die eheliche Lebensgemeinschaft nicht mehr besteht und wenn nicht erwartet werden kann, dass die Ehegatten sie wieder herstellen. Der jeweilige Antragsteller muss das Scheitern der Ehe beweisen. Eine unwiderlegbare Vermutung dafür, dass die Ehe gescheitert ist, besteht dann, wenn die Eheleute bereits 3 Jahre getrennt leben.

  Einverständliche
  Scheidung
Beantragen beide Ehegatten die Scheidung (oder nur der eine, und der andere stimmt der Scheidung zu), so reicht es aus, wenn die Trennungszeit lediglich 1 Jahr gedauert hat. Dieses Trennungsjahr muss aber in aller Regel abgewartet werden, bevor der Scheidungsantrag bei Gericht eingereicht wird.

  Härtefallscheidung Das Trennungsjahr muss nur dann nicht abgewartet werden, wenn die Fortsetzung der Ehe für den Antragsteller aus Gründen, die (ausschließlich) in der Person des anderen Ehegatten liegen, eine unzumutbare Härte bedeuten würde. Die Anforderungen des Gesetzes und der Rechtsprechung an den Begriff der unzumutbaren Härte sind sehr hoch, die Härtefallscheidung daher die überaus seltene Ausnahme. Hier muss vorab eine umfassende rechtliche Prüfung und Bewertung durch den Rechtsanwalt erfolgen.

  Folgen der
  Ehescheidung
Mit Rechtskraft des Scheidungsurteils ist die Ehe für die Zukunft aufgelöst. Das gegenseitige Erbrecht besteht nicht mehr. Der Güterstand ist beendet. Eine neue Ehe kann sofort nach Rechtskraft des Scheidungsurteils geschlossen werden. Auch kann der frühere Familienname (Geburtsname) wieder angenommen oder der aus der Ehe stammende Familienname fortgeführt werden.

Die vermögensrechtlichen Beziehungen der Ehegatten müssen auseinandergesetzt werden. Das geschieht durch den Zugewinnausgleich.

  Versorgungsausgleich Im Rahmen der Ehescheidung wird grundsätzlich der Versorgungsausgleich (siehe dort) durchgeführt. Hierdurch wird demjenigen Ehegatten, der z.B. durch die Kinderbetreuung daran gehindert war, eine eigene Altersversorgung aufzubauen, eine eigenständige Altersversorgung zuteil.

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