Versorgungsausgleich
(Rentenausgleich)

Gänzlich unabhängig von etwaigen Unterhaltsverpflichtungen und ohne Rücksicht auf den Güterstand wird bei der Ehescheidung in aller Regel der Versorgungsausgleich durchgeführt. Dadurch soll demjenigen Ehegatten, der während der Ehe zum Beispiel wegen der Betreuung von Kindern die geringeren Aussichten und Anwartschaften auf eine zukünftige Altersversorgung erworben hat, ein gerechter Anteil an der Altersversorgung zukommen.

So soll der wirtschaftlich schwächere Partner für die Fälle des Alters abgesichert werden. Die Arbeitsleistungen von Mann und Frau (Erwerbstätigkeit und/oder Haushaltsführung) sind nach dem Willen des Gesetzgebers gleichwertige Beiträge zum Familienunterhalt. Die erworbenen Versorgungsanwartschaften sind deshalb gleichmäßig zwischen den Ehegatten aufzuteilen.

Der Versorgungsausgleich kann unter bestimmten Voraussetzungen ausgeschlossen werden oder es kann zwischen den Ehegatten eine Vereinbarung zum Versorgungsausgleich getroffen werden. Gemäß § 1408 Abs.2 BGB kann der Versorgungsausgleich auch durch eine notarielle Vereinbarung ausgeschlossen werden. Bei kurzer Ehedauer bis zu 3 Jahren wird der Versorgungsausgleich nach neuem Recht (seit September 2009) nur noch auf Antrag und nicht mehr automatisch durchgeführt.

Im Rahmen des Versorgungsausgleichs werden vor einer Entscheidung durch das Familiengericht Auskünfte bei den Rentenversicherungsträgern eingeholt, aufgrund derer der Ausgleich dann vorgenommen wird.

Zu den Versorgungsanrechten, die im Rahmen des Versorgungsausgleichs auszugleichen sind zählen:

  • Renten oder Rentenanwartschaften aus den gesetzlichen Rentenversicherungen, also Deutsche Rentenversicherung, LVA, knappschaftliche Rentenversicherungen, Seekasse, Bahnversicherungsanstalt.
  • Versorgungen oder Anwartschaften aus einem öffentlich-rechtlichen Dienstverhältnis oder aus einem Arbeitsverhältnis mit Anspruch auf Versorgung nach beamtenrechtlichen Vorschriften oder Grundsätzen, also unter anderem Beamte, Richter und Soldaten.
  • Leistungen oder Anwartschaften der betrieblichen Altersversorgung, wenn einem Arbeitnehmer Leistungen der Alters,- Invaliditäts- und Hinterbliebenenversorgung aus Anlass seines Arbeitsverhältnisse zugesagt worden sind.
  • Zusatzversorgungen des öffentlichen Dienstes
  • Anrechte aus berufsständischen Versorgungswerken
  • Altersversorgung der Landwirte
  • Renten aus Lebensversicherungen auf Rentenbasis und aus Berufsunfähigkeitsversicherungen, die wegen Eintritt des Versicherungsfalles bereits vor Ehezeitende laufend gezahlt werden.
  • Rechte aus Kapitallebensversicherungen mit Rentenwahlrecht, jedoch nur dann, wenn das Rentenwahlrecht noch bis zur Rechtshängigkeit des Scheidungsantrages, unwiderruflich ausgeübt worden ist.


  • Nicht in den Versorgungsausgleich fallen Ansprüche aus Direktversicherungen des Arbeitgebers mit Lebensversicherungsunternehmen auf Kapitalbasis. Diese unterliegen dem Zugewinnausgleich.

    Der Versorgungsausgleich bezieht sich nur auf die Ehezeit gemäß § 1587 Abs. 2 BGB, das heißt vom Beginn des Monats, in dem die Ehe geschlossen wurde bis zum Ende des Monats, der dem Eintritt der Rechtshängigkeit des Scheidungsantrages vorausgeht.
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